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Fischland, Darß, Zingst
14.2.2005
von Tom Dash
Es muss nicht immer Sylt sein!
Wer kennt sie nicht, die Autofahrer mit dem Sylt-Aufkleber hinten drauf? Es muss allerdings nicht immer Sylt sein!
Wer aufmerksam im Straßenverkehr unterwegs ist, der wird manchmal auch die Aufkleber mit der etwas anderen
Form entdecken. Es sieht fast aus, als hätte man Sylt zur Pistole verbogen, es handelt sich allerdings um die
Halbinsel Fischland, Darß und Zingst!
Hier am Weststrand arbeitet sich die Ostsee in den Darßwald vor...
Was den Strand anbelangt, da steht die Halbinsel der Insel in der Nordsee nicht nach. Und genau wie auf der Nordseeinsel
arbeitet sich das Meer stellenweise von Westen in die Landmasse vor. Auf dem Darß lässt man der Natur dabei
allerdings freien Lauf. So kann man hier geologische Prozesse "bei der Arbeit" beobachten. Im Westen frisst sich das Meer immer weiter in den Wald hinein und
trägt das Land ab. Viele umgeknickte und vom Salz stark in Mitleidenschaft gezogene Bäume
zeugen hier vom Schicksal des Waldes. Im Gegenzug wächst im Norden am Darßer Ort die Küste etwa 10m
pro Jahr in das Meer hinein.
Steilküste mit altem NVA-Bunker
Überhaupt ist der Darßwald das "Sahnestück" des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Der urwüchsige Wald war zu
Nazi- und DDR-Zeiten Sperrgebiet, so dass
er bis heute als eine zusammenhängende Fläche von mehr als 50km² erhalten werden konnte. Zeitweise wurde der Wald als Jagdgebiet
und zur Harzgewinnung genutzt, heute darf er nur zu Fuß und mit dem Fahrrad erkundet werden. In besonders schützenswerten Bereichen
dürfen dabei die Wege nicht verlassen werden.
Abendstimmung am Bodden in Zingst
Auf der anderen Seite, südöstlich der Halbinsel liegt der
Bodden. Diese insgesamt 197km² große Wasserfläche wird durch die
Halbinsel Fischland-Darß-Zingst von der offenen Ostsee abgetrennt. Ein Wasseraustausch findet nur sehr langsam statt,
so dass der Salzgehalt im Bodden deutlich geringer als in der Ostsee ist. Diese Wasserfläche hat einen ganz anderen
Charakter als die Ostsee gegenüber. So gibt es keinen Strand. Dafür besitzt der brandungsgeschützte
Bodden breite Schilfgürtel, die ein ideales Brutgebiet für viele Wasservögel bilden. Außerdem ist die Boddenküste
eines der wichtigsten Vogelrastgebiete Europas. Zweimal jährlich pausieren hier mehrere zehntausend Graue Kraniche auf ihrer
Wanderung zwischen Nord und Süd.
Doch nicht nur die Natur der Halbinsel ist sehenswert. Die alten Badeorte an der Küste sind nach der Wende
aufwendig restauriert worden. Bei Neubauten hat man darauf geachtet, dass sich diese in die gewachsene Struktur
der alten Dörfer einfügen. Betonklötze und Hotelbunker wird man hier keine finden.
Bunte Holztür mit Schnitzereien
Typisch für die Gegend sind die bunt angemalten Holzschnitzereien an den Eingangstüren.
Früher, als man noch vom Fischfang lebte und an langen Winterabenden viel Zeit hatte,
wurden diese aufwendigen Kunstwerke von den Fischern in mühevoller Handarbeit hergestellt.
Heute noch kann man solche Türen an ein paar der älteren Häuser - insbesondere in Born und Prerow - bewundern.
Bücher:
| Darß, Fischland und Zingst
Von Frank Thamm
Der Autor führt in 13 ausgewählten Wander- und Radtouren durch die abwechslungsreiche Natur
der Halbinsel und der Boddenlandschaft. Daneben wird Hintergrundwissen zur Entstehung des
Boddens, zum Küstenschutz und zur Geschichte vermittelt.
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Alles auf einen Blick:
| Wo? | Fischland, Darß und Zingst. Halbinsel zwischen Rostock und Stralsund |
| WWW | http://www.fischland-darss-zingst.de/ |
| Anfahrt |
Es gibt zwei Zufahrten auf die Halbinsel: Zum einen über Klockenhagen und Dierhagen direkt ins Fischland
oder weiter östlich nördlich von Pruchten über eine Brücke über den Bodden.
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| Unterkunft |
Ferienwohnung Fischland-Darß-Zingst.
Weitere Unterkünfte auf der Mecklenburgischen Seenplatte finden Sie auf casamundo: hier klicken.
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