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Reykjavík - Die nördlichste Hauptstadt der Welt
11.12.2003
von Tom Dash
Reykjavík bedeutet "Rauchbucht" und in der Tat, schon vom Flugzeug aus kann man in der Umgebung
verteilt Dampfsäulen aufsteigen sehen. Island ist eine vulkanisch sehr aktive Insel und die
Erdwärme wird ausgiebig genutzt. Im Gegensatz zum Namen raucht es in Reykjavík äußerst
wenig, denn praktisch die gesamte Stadt wird geothermal beheizt. Die Energie ist so reichhaltig vorhanden,
dass man es sich leisten kann, im Winter die Straßen damit zu beheizen, damit man
sie nicht abstreuen muss. Die Heizschlangen dafür werden wie bei einer Fußbodenheizung beim
Straßenbau gleich mit verlegt.
Hier heizt man im Winter auch die Straßen!
Eine der Touristenattraktionen von Reykjavík sind dann auch die Heißwassertanks der Stadt: Perlan,
isländisch für Perle. Weit sichtbar thronen sie auf dem Hügel Öskjuhlíð über der Stadt. Hier
wird das heiße Wasser gespeichert, bevor es in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist wird.
Zwischen den Tanks befindet sich ein Besucherzentrum, oben unter einer Glaskuppel lässt es sich in einem
guten Restaurant teuer speisen (Vorsicht: Essen gehen auf Island ist - wie vieles hier - sehr teuer.
Das Restaurant auf Perlan ist aber noch viel teurer!).
Oben auf den Wassertanks von Perlan
Ganz unten im Besucherzentrum findet man einen kleinen künstlichen Geysir. Ab und zu bricht
er aus und spritzt bis in die oberen Etagen des Gebäudes hoch. Das Wort Geysir
stammt aus dem Isländischen und wird nun weltweit zur Bezeichnung dieser heißen Springwasserquellen
verwendet. Der Original-Geysir, Namensgeber aller seiner Verwandten, befindet sich nicht ganz 100km
östlich von Reykjavík, ist aber mittlerweile fast versiegt.
Aus der obersten Etage des Besucherzentrums von Perlan kann man auf eine Plattform über den Tanks
hinaustreten. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt! An einigen Stellen tritt Dampf
aus den Tanks aus und man wird von dem faulig schwefligen Geruch begrüßt, den das heiße Wasser mit
sich führt. Er erinnert daran, dass das Wasser vulkanischen Aktivitäten entstammt. Am nächsten Morgen
unter der Dusche wird einem der Geruch wieder begegnen...
Haus aus Wellblech in der Altstadt
Im Weltmaßstab gesehen ist Reykjavík eine sehr kleine und gemütliche Hauptstadt.
Für Island ist es allerdings die einzige Metropolregion, der Rest
des Landes ist äußerst dünn besiedelt und weitere wirklich große Städte gibt es nicht. Der überwiegende Teil
Landesbevölkerung lebt im Raum Reykjavík. Trotzdem bevölkern nur etwa 110.000 Einwohner
die Hauptstadt. Entsprechend gemütlich erscheint die Stadt dem Besucher.
Kirche aus Beton: Hallgrímskirkja
Sehenswert ist die Altstadt mit ihren Cafés und Wellblechhäusern. Hier zeigen sich zwei typische
Dinge für Island: Man trinkt gerne Kaffee und es hat immer schon an Baumaterial für Häuser gefehlt.
Während man heute fast alles aus Beton baut - sehenswert ist hier vor allen Dingen die komplett aus
Beton erbaute Hallgrímskirkja, höchstes Gebäude der Stadt und weithin sichtbar - so hat man früher
Wellblechplatten aus Großbritannien importiert und Dächer und Wände der Häuser aus diesem Material erbaut.
Noch mehr Wellblecharchitektur
In der Altstadt von Reykjavík, vor allem Dingen am Westufer des Stadtsees Tjörnin, sind noch einige dieser
schön anzusehenden Häuser erhalten. Mittlerweile sind diese Häuser in der Altstadt eine begehrte
Wohnadresse.
Noch ältere Gebäude gibt es in der Stadt allerdings kaum. Auch die Wellblechhäuser sind nicht sehr alt,
alles was in Reykjavík älter als 50 Jahre ist, kann schon als "historisch" gelten. Wer sich dafür interessiert, wie
man auf Island früher gelebt hat, dem sei das Freilichtmuseum Árbær empfohlen. Hier sind rund um ein
altes, originales Torfgehöft Häuser aus verschiedenen Zeitperioden aufgebaut worden. Sie vermitteln einen Eindruck
von dem oft kargen Leben der Isländer. Das Museum liegt einige Kilometer östlich vom
Zentrum, lässt sich aber mit den Stadtbussen noch gut erreichen.
Im Freilichtmuseum Árbær
Lassen Sie sich nicht abschrecken vom Regen, der auf Island dauernd fällt, und nehmen Sie sich eine
Regenjacke und warme Kleidung mit und entdecken Sie diese kleine verschlafene Hauptstadt "am
Ende der Welt"!
Karte:
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Bücher:
| Island
Von Sabine Gorsemann, Christian Kaiser
Obwohl schon etwas älter, bietet dieses Buch aus der Reihe "Anders Reisen" eine schöne
Einführung in das Thema Island, seine Bewohner und seine Kultur. Die Hauptstadt wird auf zehn
Seiten beschrieben.
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| Island
Von Achim Schnütgen
Leider gibt es kein Reisebuch nur zu Reykjavík. Das vorliegende Buch beschreibt die Stadt auf
14 Seiten, enthält eine kleine Rundtour mit 16 Stationen und hat einen kleinen Stadtplan.
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Alles auf einen Blick:
| Wo? | Hauptstadt des Inselstaates Island im Nordatlantik |
| Wie lange? | 1-3 Tage
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| WWW | http://www.icelandair.de |
| Anfahrt | Vom internationalen Flughafen Keflavík fährt ein Transferbus direkt in die Stadt. |
| Mit dem Flugzeug |
Icelandair bietet als einzige Fluggesellschaft die Möglichkeit zum StopOver auf Island.
Wer auf dem Weg nach Amerika mit Icelandair fliegt, sollte sich nach dieser Möglichkeit erkundigen.
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| Geld |
Währung ist die isländische Krone. Man "zieht" sich am besten gleich am Flughafen etwas Geld aus dem
dortigen Bankautomaten. Auch in der Stadt haben die Banken Geldautomaten, die EC-Karten akzeptieren.
Denken Sie daran: Island ist teuer!
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